Azure 11. Sept. 2026 · 11. September 2026

Azure Storage Mover migriert SMB-Freigaben jetzt ohne lokalen Agenten

Azure Storage Mover kann lokale SMB-Freigaben neu ohne Migrationsagenten vor Ort nach Azure Files kopieren, in Public Preview. Voraussetzung sind eine bestehende private Netzwerkverbindung und Zugangsdaten in Azure Key Vault.

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Gestapelte Festplatten als Sinnbild für Dateispeicher
Pexels LicenseFoto: Marta Branco / Pexels →

Was Storage Mover tut

Azure Storage Mover ist laut Microsoft ein vollständig verwalteter Migrationsdienst, der Dateien und Ordner von lokalen Standorten oder aus AWS S3 nach Azure Storage überträgt und dabei Ausfallzeiten minimieren soll. Neu unterstützt der Dienst, in Public Preview, eine agentenlose Migration von lokalen SMB-Dateifreigaben nach Azure Files (SMB). Damit lassen sich Dateidaten von einer Windows-Server- oder NAS-Freigabe nach Azure verschieben, ohne dass dafür ein Migrationsagent vor Ort installiert, registriert oder betrieben werden muss. Laut Azure Updates wurde die Funktion am 11. September 2026 auf die Roadmap gesetzt.

Was "agentenlos" konkret bedeutet

Bislang lief eine Migration über Storage Mover agentenbasiert: Eine Migrationsagent-VM musste in der Nähe der Quellfreigabe im eigenen Netzwerk laufen und Daten aktiv an das Ziel in Azure senden. Beim neuen agentenlosen Pfad entfällt diese lokale Komponente. Der Storage-Mover-Dienst verbindet sich direkt über eine bestehende private Verbindung, VPN oder ExpressRoute, mit der SMB-Freigabe und kopiert die Daten selbst zur Ziel-Dateifreigabe in Azure Files. Die Zugangsdaten für die Quellfreigabe liegen dabei nicht offen in einer Konfiguration, sondern gesichert in Azure Key Vault; verwaltete Identitäten (Managed Identities) von Storage Mover regeln den Zugriff sowohl auf diese Zugangsdaten als auch auf die Zielfreigabe. Eingerichtet wird eine Migration über Quell- und Zielendpunkte und einen Migrationsauftrag, gestartet wird sie wahlweise im Azure-Portal oder über die Azure CLI.

Abgrenzung und Voraussetzungen

Der agentenlose Pfad ergänzt die bestehenden agentenbasierten Migrationspfade von Storage Mover für SMB- und NFS-Quellen, er ersetzt sie nicht: Wo keine private Verbindung nach Azure besteht oder eine Agent-VM ohnehin schon im Einsatz ist, bleibt der bisherige Weg eine Option. Laut Microsofts Übersicht zu Storage Mover bleibt bei Migrationen über das SMB-Protokoll die Datei-Treue der zugrunde liegenden Azure-Dateifreigabe erhalten, Verzeichnisstruktur, Zugriffsrechte und Zeitstempel eingeschlossen. Von Azure File Sync unterscheidet sich Storage Mover dadurch, dass er Daten einmalig oder wiederholt überträgt, statt wie File Sync dauerhaft eine lokale Zwischenablage mit Azure Files zu synchronisieren. Vor dem Einsatz braucht es eine bereits bestehende Azure-Dateifreigabe als Ziel, eine private Netzwerkverbindung von der Quelle nach Azure sowie ein Key Vault mit den SMB-Zugangsdaten und die passenden Berechtigungen für die Managed Identity. Public Preview bedeutet zudem: keine Standard-SLA, und Microsoft kann Verhalten und Umfang der Funktion bis zur allgemeinen Verfügbarkeit noch ändern.

Was Schweizer KMU jetzt tun sollten

  • Prüfen, ob bereits eine private Verbindung (VPN oder ExpressRoute) zwischen dem eigenen Netzwerk und Azure besteht, da diese Voraussetzung für den agentenlosen Pfad ist.
  • Für eine erste Testmigration eine unkritische Freigabe wählen, etwa im Rahmen einer Fileserver- oder NAS-Ablösung an einem einzelnen Standort.
  • Zugangsdaten für die Quellfreigabe in Azure Key Vault anlegen und die nötigen Berechtigungen der Managed Identity vorab mit der IT klären.
  • Wegen des Preview-Status keine unternehmenskritische Migration ohne vorherigen Testlauf und Rücksprache mit dem IT-Dienstleister starten.