Microsoft entfernt die COPILOT-Funktion aus Excel
Microsoft schaltet die experimentelle COPILOT-Funktion in Excel per 14. September 2026 ab. Bereits berechnete Ergebnisse bleiben als Werte erhalten, eine Neuberechnung liefert künftig einen #NAME?-Fehler. Als Ersatz verweist Microsoft auf das Copilot-Fenster.
Was wegfällt
Die COPILOT-Funktion erlaubte es, direkt in einer Excel-Zelle einen Prompt zusammen mit Bezügen aus dem Raster einzugeben und eine Antwort eines KI-Sprachmodells als Zellwert zu erhalten. Die Funktion war laut Microsoft ursprünglich nur in Vorschauprogrammen verfügbar und galt nie als regulär unterstützte Funktionalität für den produktiven Einsatz. Ab dem 14. September 2026 steht COPILOT() in Excel nicht mehr zur Verfügung. Für Nutzerinnen und Nutzer, die die Funktion bislang nur ausprobiert, aber nicht in laufende Arbeitsmappen eingebaut haben, ändert sich damit praktisch nichts.
Was mit bestehenden Arbeitsmappen passiert
Für Arbeitsmappen, die die Funktion bereits einsetzen, ändert sich zunächst wenig: Bereits berechnete Ergebnisse bleiben laut Microsoft als gecachte Werte in der Zelle erhalten, sie verschwinden also nicht automatisch aus der Datei und bleiben beim blossen Öffnen der Arbeitsmappe sichtbar. Wird eine Zelle mit COPILOT() jedoch neu berechnet, etwa durch manuelles Neuberechnen, das Öffnen in einer neueren Excel-Version oder eine Änderung an vorgelagerten Zellen, liefert die Funktion künftig einen #NAME?-Fehler statt eines Ergebnisses. Das betrifft insbesondere Arbeitsmappen mit automatischer Neuberechnung sowie Dateien, die regelmässig aktualisiert und weiterverteilt werden, etwa in Reporting-Prozessen, in denen Zahlen jede Woche oder jeden Monat neu gezogen werden. Wer prüfen will, wie stark die eigenen Arbeitsmappen betroffen sind, kann die Formelsuche in Excel nutzen (Strg+F, Suchbereich auf "Formeln" umstellen) und dort gezielt nach "COPILOT(" suchen, um betroffene Zellen zu identifizieren, bevor der Stichtag sie stilllegt.
Was Microsoft als Ersatz nennt
Als Alternative verweist Microsoft auf das Copilot-Fenster in Excel, erreichbar über das Symbol unten rechts im Arbeitsblatt. Laut den FAQ von Microsoft zu Copilot in Excel arbeitet das Fenster in drei Modi: Edit für direkte Änderungen an der Arbeitsmappe, Plan für eine Vorschau der geplanten Schritte vor der Ausführung, und Chat für isolierte Antworten, die nicht automatisch ins Arbeitsblatt übernommen werden. Es deckt ähnliche KI-gestützte Aufgaben ab wie Textzusammenfassungen, Datenklassifizierung und Web-Recherchen, dazu Formeln generieren, Diagramme und PivotTables erstellen sowie Formatierungen anwenden, allerdings über eine Dialog-Oberfläche und nicht als Formel, die sich direkt mit dem Raster verknüpfen lässt. Microsoft weist zudem darauf hin, dass Copilot-Bearbeitungen nur bei automatischer Berechnung funktionieren, nicht mit ausgecheckten SharePoint-Dateien oder älteren Dateiformaten kompatibel sind, und dass Ergebnisse vor der Verwendung geprüft werden sollten, insbesondere bei Finanz-, Rechts- oder medizinischen Entscheidungen. Gespeicherte Copilot-Änderungen sind zudem für alle mit Zugriff auf die Datei sichtbar, auch für Mitbearbeitende in einer Co-Authoring-Sitzung.
Was Schweizer KMU jetzt tun sollten
- Arbeitsmappen mit der Formelsuche (Strg+F, Bereich "Formeln") nach COPILOT( durchsuchen und prüfen, wo Neuberechnungen drohen, etwa bei geteilten Dateien oder automatisierten Auswertungen.
- Ergebnisse, die weiterhin gebraucht werden, vor dem 14. September 2026 als feste Werte sichern, damit ein #NAME?-Fehler keine nachgelagerten Berechnungen kippt.
- Teams, die COPILOT() für wiederkehrende Auswertungen nutzen, auf das Copilot-Fenster als Ersatzworkflow umstellen und dabei die drei Modi Edit, Plan und Chat kennenlernen.
- Ergebnisse aus dem Copilot-Fenster vor der Übernahme prüfen, besonders bei Finanz- oder rechtlich relevanten Auswertungen, wie Microsoft selbst empfiehlt.